
Auch in diesem Jahr startete die RSG Gronau erneut bei der Landesverbandsmeisterschaft im Einzelzeitfahren. Es war ein heißes Rennen, im wahrsten Sinne des Wortes, und das bezog sich nicht ausschließlich auf das Wetter.
Nachdem in den letzten Jahren die LVM in Pattensen praktisch vor der Haustür stattgefunden hatte, wurde sie nun in diesem Jahr auf einem neuen Kurs in Wellingholzhausen bei Melle ausgetragen. Eine sehr anspruchsvolle, hüglige und unruhige Strecke, auf der man auf 10 km ca. 200 hm überwinden muss. Nach fünf Kilometern gibt es einen Wendepunkt, und mit einer 180° Kehre geht es zurück zum Start/Ziel. Der Wendepunkt sollte es in sich haben. Somit galt es für die zwei Fahrer der RSG, Jan Weber und Lennard Schmidt, die in der Altersklasse Masters 2 (40-49 Jahre) starteten, sich mit den neuen Bedingungen intensiv auseinanderzusetzen.
Die RSG Athleten und Ihr Trainer Rudolf Schemmerling waren deshalb sehr früh am Wettkampfort. So konnten Sie den Kurs einmal abfahren und Problemstellen sichten. Die Wende war auf den ersten Blick sehr großzügig bemessen. Zu diesem Zeitpunkt wusste leider noch keiner, dass sie für den Wettkampf eingeengt werden sollte.




Der Wettkampf startete um 10 Uhr morgens mit der U 19 männlich. 20 Kilometer waren in dieser Altersklasse zu absolvieren. Hier gewann sicher Ben König vom RSC Hildesheim, der die Anreise von Jan Weber und Lennard Schmidt als Mitfahrgelegenheit genutzt hatte, in 00:28:16 min mit drei Minuten Vorsprung auf den Zweitplatzierten. Das sah nach einem guten Omen aus für die RSG.
Bei bereits sommerlichen Temperaturen um die 30 Grad erfolgte dann um kurz nach 12 Uhr der erste Start in der Altersklasse Masters 2. Alle 10 gemeldeten Starter gingen im Abstand von einer Minute auf die Strecke.
Es gewann klar der Favorit Robert Schindzielorz vom RSV Braunschweig 1923 e. V. mit 00:13:24 min. Aber dann wurde es sehr spannend. Trotz der neuen Strecke kamen Jan und Lennard mit den Bedingungen zunächst gut zurecht, was zur Folge hatte, dass sie sich zum wiederholten Male gut platzieren konnten. Jan gelang der Sprung aufs Podium in einer Zeit von 14:26 min (43,65 km/h), was den 2. Platz hinter Robert Schindzielorz bedeutete. Es folgte Thomas Mertin auf Platz drei, der von 2022 – 2024 Mitglied in der RSG Gronau war, und jetzt ebenfalls für den RSV Braunschweig 1923 e. V. fuhr.
Sehr unglücklich war aber der 4. Platz für Lennard Schmidt, der mit einer Zeit von 00:14:31 min mit nur 3 Sekunden Rückstand auf Thomas Mertin ins Ziel kam. Hieran war leider der Wendepunkt Schuld, den er nicht optimal anfahren konnte, weil er eigentlich davon ausging, den Radius der Straße voll ausnutzen zu können, so wie es bei der Probefahrt am Morgen noch möglich war. Die Einengung des Wendepunkts war von der Rennleitung leider nicht angekündigt worden.
Durch die engen Zeitabstände war bis zur Siegerehrung ein Höchstmaß an Spannung garantiert. Hocherfreut und trotz des ärgerlichen Wermutstropfens ausgesprochen zufrieden mit ihrem Erfolg verließen die Fahrer und Trainer Rudi Schemmerling, der die Platzierung der Top-Vier des Wettkampfs als erfolgreiche Bestätigung seiner Arbeit verbuchen konnte, die Veranstaltung. „Ich kann mir gut vorstellen, 2026 zwei RSG Radsportler auf dem Podium zu sehen, wenn in der Saison alles glatt läuft“, so der Trainer.
Lennard Schmidt, Rudolf Schemmerling
