

Was zunächst als zwar ambitionierte aber zu bewältigende Herausforderung aussah, entpuppte sich für die beiden Athleten der Radsportsparte des TSV Gronau Timo Lippke und Enes-Maurice Koese als extrem kräftezehrende und das Durchhaltevermögen bis aufs Äußerste fordernde Anstrengung. Der Kitzbüheler Radmarathon führte über 216 Kilometer und 4.600 Höhenmeter durch die Tiroler Bergwelt und verlangte den beiden RSG-Fahrern alles ab.


Die sechste Auflage des Radmarathons, der mit 1.800 Nennungen bereits im Vorfeld vollständig ausverkauft war, präsentierte sich bei besten äußeren Bedingungen. Strahlender Sonnenschein begleitete die Teilnehmer auf ihrem Weg durch die Tiroler Bergwelt. Die Veranstaltung ist zwar kein Radrennen, sondern eine Rad Touristikveranstaltung – allerdings mit Zeitnahme und Platzierungen. Sie richtet sich laut Veranstalter: „ … an ambitionierte Freizeitsportler: Die Strecke setzt sehr hohe Anforderungen an die körperlichen und fahrtechnischen Fähigkeiten des Teilnehmers voraus!“ Das sollten die beiden noch zu spüren bekommen.

Für Timo und Enes begann das Rennen aus dem letzten Startblock in Kitzbühel. Davon ließen sich die beiden jedoch nicht beeindrucken. Mit hohem Tempo arbeiteten sie sich schnell nach vorne und fanden bald Anschluss an die dritte Gruppe des Rennens. Beide zeigten dabei zunächst eine starke Leistung. Zwischenzeitlich musste Enes die Gruppe zwar ziehen lassen, konnte das entstandene Loch in einer Abfahrt jedoch wieder schließen. In der anschließenden Ebene konnten sie im Windschatten der Gruppe mitrollen und Kräfte sparen.

Am Gerlos Pass zeigte sich erstmals deutlicher, dass die langen Anstiege von bisher 2.800 hm ihren Tribut forderten. Enes konnte Timos Tempo nicht mehr halten und musste seinen Vereinskollegen ziehen lassen. Timo lag am Gerlos Pass bereits auf Position 109, Enes auf Position 153. Am dritten Anstieg – dem Kerschbaumer Sattel – konnte Timo weitere Plätze gutmachen. Für Enes begann dort eine besonders schwierige Phase des Rennens: Ab dem Kerschbaumer Sattel fehlte zunehmend die Power. Ohne eine Gruppe musste er die weiteren Kilometer größtenteils alleine bestreiten.
Auch Timo blieb nicht von Problemen verschont. Am Kerschbaumer Sattel sollte er eigentlich seine vorbereiteten Flaschen angereicht bekommen, verpasste diese jedoch. Glücklicherweise konnte er anschließend die Verpflegung des Veranstalters nutzen und die Versorgung damit sicherstellen. Auf den folgenden Kilometern fand er wieder Anschluss an eine Gruppe und konnte bis zum Fuß des Kitzbüheler Horns mitfahren.


Dann begann der entscheidende letzte Anstieg zum „Scharfrichter“ Kitzbüheler Horn – dem steilsten Radberg Österreichs mit Steigungen von bis zu 22 Prozent auf den letzten rund zehn Kilometern bis ins Ziel. Bei Timo machte sich nach den bereits absolvierten 206 Kilometern die Belastung deutlich bemerkbar. Ab Kilometer zwei am Anstieg verließ ihn zunehmend der kraftvolle Tritt. Die letzten Reserven mussten mobilisiert werden, um die steilen verbliebenen Kilometer noch hinter sich zu bringen.
Für Enes wurde das Finale noch härter. Nach den vielen Kilometern alleine fehlten zunehmend die Kräfte. Mit aller Mühe kämpfte er sich den Anstieg zum Kitzbüheler Horn hinauf und brachte das Rennen schließlich ebenfalls zu Ende.

Nach 7:09 Stunden erreichte Timo das Ziel in Kitzbühel auf einem starken 97. Platz. Enes bewältigte die 216 Kilometer in 8:36 Stunden und belegte einen immer noch bemerkenswerten Rang 414.
Gerade angesichts des Starts aus dem letzten Startblock und der unterschiedlichen Rennverläufe können beide RSG-Fahrer stolz auf ihre Leistung sein. Timo arbeitete sich über das gesamte Rennen weit nach vorne und kämpfte bis zum Schluss um jede Position. Sein Fazit: „Noch nie so grau gewesen!“
Enes bewies vor allem im letzten Renndrittel großen Kampfgeist und äußerstes Durchhaltevermögen, als er sich nach dem Kerschbaumer Sattel lange alleine bis ins Ziel kämpfen musste.
Herzlichen Glückwunsch an Timo und Enes zu dieser starken Leistung beim Kitzbüheler Radmarathon 2026!
Timo Lippke

Super Leistung der beiden 👍